An Arbeit mangelt es gerade im Sommer nicht, wenn alles üppig wächst. „Da könnten wir schon mehr Mitarbeiter gebrauchen“, sagt Bauhof-Leiter Thomas Pleuß. Am Montagmorgen kam dann eine ganze Schar potentieller Nachwuchskräfte und zeigte, dass es weder an Interesse noch an Talenten mangelt. Zum ersten Mal hatten die Mitarbeitenden des Saerbecker Bauhofs zu einem Schnuppermorgen im Rahmen des Ferienspaßes eingeladen. Nach zwei Stunden war klar: Bei soviel Begeisterung der Kinder kann das gerne wiederholt werden.

Im Vorfeld hatte sich das Bauhof-Team viele Gedanken gemacht, einen Parcours für Trikes in der Halle aufgebaut, Palettenstapel und Betonkegel platziert und Muffins gebacken. Als erstes stand für die zehn Kinder dann das ordnungsgemäße Einkleiden mit Warnwesten, extra bestellt mit Hinweis auf die Ferienspaßaktion, und natürlich mit Handschuhen an.

Der kurze Rundgang durch die Werkräume und Hallen vermittelte den Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis elf Jahren einen Eindruck von der Vielfalt der Aufgaben des Bauhofs bis hin zur Versorgung gefundener Tiere. An einer vor zwei Wochen gefundenen Schildkröte gab es gleich Interesse. Aber die sei schon im Tierheim abgegeben, erkläre Thomas Pleuß.

Dann ging es gleich an die Arbeit. In Gruppen aufgeteilt bestiegen die Kinder nacheinander die Fahrzeuge. Im Unimog konnten sie eine Runde mitfahren und nebenbei gleich ein paar Bäume wässern. Für Silas war es nicht das erste Mal, aber gerne nutzte er die Gelegenheit, mal wieder mit seinem Vater Markus Schäpermeier unterwegs zu sein.

Auf Gabelstapler, Radlader und dem kleinen „Jonny“ mit der Bürste zum Pflasterreinigen saßen sie selbst auf dem Fahrersitz. Thilo (11) hatte dabei offensichtlich Talent bewiesen: „Ich habe gleich einen Ferienjob angeboten bekommen“, freute er sich nach der Jonny-Fahrt. Da zahlte es sich aus, dass er schon etwas Trecker-Erfahrung vom elterlichen Hof mitbrachte. Für die anderen waren es ganz neue Erfahrungen, zumal auf dem großen Radlader. Auch den steuerten sie selbst assistiert von einem Mitarbeiter, luden Sand an einem Haufen auf und transportierten ihn zum nächsten.

Knifflige Aufgaben warteten beim Gabelstapler. Da galt es, einen Betonkegel an einer Schlaufe aufzunehmen, ihn von einem Podest zum nächsten zu bringen und dort wieder paßgenau abzusetzen. Ebenso musste ein kleiner Palettenstapel aufgegabelt und auf einen größeren gesetzt werden. Berthold Behring half beim Hochklettern auf den Fahrersitz, gab eine kurze Einweisung und los ging es. Mit ein wenig Hilfe an den Hebeln gelang es allen.

Begeistert kletterte Leon (6) wieder herunter und bekannte, ein wenig erschöpft zu sein von der Konzentration. Zur Stärkung hatte Monika Wolf aus der Verwaltung des Bauhofs Muffins gebacken. Wiebcke (11) bekannte zwar, die eigentlich nicht so zu mögen, aber mit Schokolade ginge schon und drei waren schnell vertilgt.

Nachdem alle auf allen Geräten gefahren waren, blieb noch ein klein wenig Zeit, um mit den Trikes den in der Fahrzeughalle aufgebauten Parcours zu fahren. Dabei zeigte sich, wie pragmatisch die Bauhofmitarbeiter Probleme lösen: Waren die Beine zu kurz, um an die Pedale zu kommen, half ein Ball im Rücken.

Zur Erinnerung bekamen die Kinder von Lea Cordes und Monika Wolf noch eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme mit auf den Weg nach Hause. Viele von ihnen hatten schon an einigen Angeboten des Ferienspaßes teilgenommen, wie sie erzählten. Thomas (7) beispielsweise hatte Gummibärchen selbst gegossen, Amerikaner gebacken, Tüten gebastelt … Für manche steht in der kommenden Woche noch der Bauspielplatz an, für Wiebcke zum Beispiel, die erklärte, Zimmermann werden zu wollen, vielleicht auch erst Tischlerin oder umgekehrt.